Regionalmodell oder Kompassmodell: Fußball-Regionaliga steht vor radikaler Reform
Francesco HeinrichRegionalmodell oder Kompassmodell: Fußball-Regionaliga steht vor radikaler Reform
Pläne zur Reform der Regionalliga lösen heftige Debatten aus
Ein vorgeschlagener Umbau des deutschen Regionalliga-Systems hat unter Vereinen und Funktionären eine hitzige Diskussion entfacht. Das sogenannte Regionalmodell, das von einer Arbeitsgruppe unterstützt wird, sieht vor, die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu nur zwei Ligen zusammenzulegen – während die West- und Südwest-Staffeln unverändert bleiben sollen. Viele Vereine kritisieren den Plan jedoch als ungerecht und schlecht durchdacht.
Die Arbeitsgruppe hatte sich einstimmig für das Regionalmodell ausgesprochen, um die bisherige Vier-Ligen-Struktur beizubehalten und sicherzustellen, dass alle Regionalliga-Meister weiterhin den Aufstieg in die 3. Liga schaffen können. Kritiker werfen dem Vorhaben jedoch vor, traditionelle Fußballregionen zu zerschlagen.
Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), bezeichnete den Vorschlag als völlig realitätsfremd. Er warnte, das Modell würde den NOFV faktisch auflösen und Vereine für ihre Kritik bestrafen. Stattdessen sprach sich Winkler für das Kompassmodell aus, das die Ligeneinteilung jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnet, und nannte es die fairere Alternative.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, bezeichnete das Regionalmodell als schlechten Scherz. Er warf den Verantwortlichen vor, die Lage falsch eingeschätzt zu haben. Unterstützung erhielt er von Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne Aufstiegsreform 2025, der den Plan als politische Entscheidung brandmarkte, die den deutschen Fußball spalten werde.
Rund 70 Vereine, darunter der 1. FC Lokomotive Leipzig, haben sich hinter das Kompassmodell gestellt. Sie argumentieren, es schaffe eine wettbewerbsfähigere und attraktivere Regionalliga mit besseren Reisebedingungen für die Mannschaften.
Der Streit offenbart tiefe Gräben bei der Frage, wie die Regionalliga neu strukturiert werden soll. Während die Arbeitsgruppe betont, ihr Modell sichere die Aufstiegswege, sehen Gegner darin einen Rückschritt. Die Vereine warten nun auf eine endgültige Entscheidung – wobei das Kompassmodell bei Befürwortern eines ausgewogeneren Systems zunehmend Zuspruch findet.






