ReguLab: Wie Deutschland Innovation und Datenschutz unter einen Hut bringt
Sylvio ThiesReguLab: Wie Deutschland Innovation und Datenschutz unter einen Hut bringt
Deutschland hat eine neue regulatorische Experimentierumgebung namens ReguLab ins Leben gerufen, um Unternehmen bei der Entwicklung datenschutzkonformer Innovationen zu unterstützen. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele deutsche Firmen argumentieren, dass strenge Datenschutzvorschriften den Fortschritt bremsen, während EU-Bürger weiterhin besorgt um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten sind.
Das ReguLab wurde von Louisa Specht-Riemenschneider und Dr. Linda Bienemann auf dem HPI Digital Health Innovation Forum vorgestellt. Es basiert auf einer gesetzlichen Vorgabe der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG), die Aufsichtsbehörden verpflichten, Innovatoren zu beraten.
Die Experimentierumgebung richtet sich an Teams mit klaren Anwendungsfällen, die jedoch vor großen datenschutzrechtlichen Herausforderungen stehen. Projekte werden in thematischen Bewerbungsrunden ausgewählt und erhalten vertrauliches Feedback, während ein öffentlicher ReguLab-Bericht allgemeine Erkenntnisse teilt. Der erste Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen konzentriert sich auf "Risikoerkennungsverfahren im Gesundheitsbereich gemäß §25b SGB V".
Inspiriert vom Information Commissioner's Office (ICO) des Vereinigten Königreichs soll das ReguLab Unternehmen, Forscher, Regulierungsbehörden und Politiker gleichermaßen unterstützen. Deutschland, das 2024 mit rund 25.000 Patentanmeldungen mehr eingereicht hat als jedes andere EU-Land, sieht darin einen Weg, Innovation und Datenschutz in Einklang zu bringen.
Das ReguLab bietet Entwicklern frühzeitige Orientierungshilfe bei der Einhaltung von Datenschutzbestimmungen. Durch strukturierte Unterstützung soll es die Spannungen zwischen Innovation und Compliance verringern. Die ersten Projekte widmen sich der Gesundheitsrisikoerkennung, doch weitere Branchen sollen in Kürze folgen.






