Rekord-Cannabis-Beschlagnahmungen: Warum der Schwarzmarkt trotz Legalisierung boomt
Leila BlochRekord-Cannabis-Beschlagnahmungen: Warum der Schwarzmarkt trotz Legalisierung boomt
Deutschland beschlagnahmte im vergangenen Jahr Rekordmengen an Cannabis – trotz teilweiser Legalisierung der Droge. Während die Einfuhren von medizinischem Cannabis gestiegen sind, sind sich Fachleute uneinig, ob die Politikänderung die illegale Nachfrage verringert hat. Behörden verweisen nun auf einen wachsenden Schwarzmarkt als großes Problem.
Im Jahr 2024 konfiszierten Polizei und Zoll etwa 24 metrische Tonnen Cannabis. Diese Zahl verdoppelte sich 2025 nahezu – allein der Zoll beschlagnahmte über 50 metrische Tonnen. Untersuchungen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deuten darauf hin, dass der Anstieg teilweise auf veränderte Schmuggelrouten zurückzuführen ist.
Sicherheitsbehörden argumentieren, dass die Zunahme der Beschlagnahmungen auf einen ausgeweiteten Schwarzmarkt seit der teilweisen Legalisierung hindeutet. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch keinen deutlichen Anstieg des allgemeinen Cannabiskonsums. Jakob Manthey, Forscher am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, behauptet sogar, die Nachfrage nach illegalem Cannabis sei tatsächlich gesunken.
Gleichzeitig sind die legalen Importe von medizinischem Cannabis deutlich gestiegen. Die gegensätzlichen Entwicklungen zwingen Politiker und Strafverfolgungsbehörden, die tatsächlichen Auswirkungen der neuen Gesetze zu bewerten.
Die Rekordbeschlagnahmungen unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Regulierung von Cannabis nach der Teillegalisierung. Zwar steigen die medizinischen Importe und einige Studien melden einen stabilen Konsum, doch die Behörden müssen sich weiterhin mit einem widerstandsfähigen illegalen Handel auseinandersetzen. Die Daten deuten sowohl auf Fortschritte als auch auf anhaltende Probleme in der sich wandelnden Drogenpolitik Deutschlands hin.






