Revolutionäres Laserschweißen soll Schiffbau effizienter und fehlerfreier machen
Dora CichoriusRevolutionäres Laserschweißen soll Schiffbau effizienter und fehlerfreier machen
Forscherinnen und Forscher des Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) entwickeln ein neues Schweißverfahren für den Schiffbau. Ziel des Projekts ist es, hochwertige und rissfreie Schweißnähte an dicken Metallplatten von bis zu 30 Millimetern Stärke zu erzeugen. Es ist Teil der übergeordneten Initiative "DIGIMAR", die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird.
Das Team arbeitet an einem Mehrstrahl-Laserschweißprozess mit individuell geformten Laserstrahlen. Mit dieser Methode sollen die Anzahl der Schweißlagen, die Produktionszeit sowie der Materialverbrauch – etwa an Zusatzwerkstoffen und Schutzgas – deutlich reduziert werden. Durch die Einsparung von Ressourcen verspricht das Verfahren auch geringere Herstellungskosten.
Sensoren erfassen dabei zentrale Schweißparameter wie Nahtüberhöhung, Raupenbreite und Verzug. Diese Daten fließen in ein "digitales Zwilling"-System ein, das eine Echtzeit-Dokumentation der Schweißnahtqualität ermöglicht. Langfristig soll so jede Naht automatisch als "akzeptabel" oder "fehlerhaft" klassifiziert werden – ganz ohne manuelle Kontrollen.
Ein adaptives Steuerungssystem wird den Schweißprozess selbstständig anpassen. In Kombination mit dem digitalen Zwilling könnte dies Fehler in der automatisierten Schiffsfertigung verringern und den Prüfaufwand für Bauteile minimieren. Während es bereits ähnliche KI-gestützte Ansätze gibt – etwa Südkoreas Pläne für vollautonomisierte Werften bis 2030 –, sind konkrete Details zur Integration bei der MEYER WERFT bisher nicht bekannt.
Das Projekt zielt darauf ab, Effizienz und Zuverlässigkeit beim Dickblechschweißen zu steigern. Bei Erfolg könnte es die Kosten senken, die Produktion beschleunigen und die Qualitätssicherung im Schiffbau verbessern. Die Ergebnisse fließen in die weitere "DIGIMAR"-Zusammenarbeit ein.






