26 March 2026, 10:19

Sachsen will Beamtenstatus für Lehrkräfte abschaffen – KMK diskutiert bundesweite Folgen

Altes Buch mit dem Titel "Deutsche Schule in den Niederlanden, 1777" mit einer Illustration eines roten Hauses umgeben von Bäumen und einem Zaun.

Sachsen will Beamtenstatus für Lehrkräfte abschaffen – KMK diskutiert bundesweite Folgen

In Deutschland wächst die Debatte über die Beamtenstellung für Lehrkräfte, nachdem Sachsen vorgeschlagen hat, diese schrittweise abzuschaffen. Brandenburgs neuer CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann zeigt sich offen für den Vorschlag, betont jedoch, dass mögliche Änderungen bundesweit einheitlich umgesetzt werden müssten. Das Thema wird nun auf der kommenden Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) an diesem Donnerstag erörtert.

Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens treibt die Reform voran und argumentiert, dass angespannte Haushalte und steigende Pensionskosten die Beamtenstellung für Lehrkräfte unhaltbar machen. Sein Bundesland hatte den Beamtenstatus für Lehrkräfte 2019 zwar wieder eingeführt, steht nun aber unter finanziellem Druck. Unterdessen lehnt der Deutsche Lehrerverband den Vorstoß ab und behauptet, die Beamtenstellung garantiere die Verfassungstreue der Lehrkräfte – besonders wichtig in Zeiten wachsender extremistischer Bedrohungen.

In Ländern wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, wo die Beamtenstellung nach 2019 weitgehend durch Vertragsverhältnisse ersetzt wurde, zeigt sich der Wandel deutlich. In Bayern sank die Zahl der verbeamteten Lehrkräfte von 85.000 im Jahr 2021 auf voraussichtlich 68.000 bis 2025, während die Einstellungen auf Vertragsbasis um 20 bis 30 Prozent stiegen. In Baden-Württemberg erhöhte sich die Zahl der angestellten Lehrkräfte im selben Zeitraum von 25.000 auf 34.000 – ein Zeichen für den Trend zu flexibleren Beschäftigungsmodellen.

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Brandenburg beschäftigt derzeit 31,1 Prozent seiner Lehrkräfte in regulären Arbeitsverhältnissen, wobei im Schuljahr 2025/2026 voraussichtlich 19,7 Prozent Quereinsteiger sein werden. Berlin hingegen hat nach der Wiedereinführung der Verbeamtung 2023 eine erneute Diskussion über das Thema ausgeschlossen. Auch der Bund der Steuerzahler meldete sich zu Wort und forderte eine Reduzierung der Beamtenzahlen, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten.

Die anstehende KMK-Debatte wird zeigen, ob Sachsens Vorschlag auf Zustimmung stößt. Sollte die Reform umgesetzt werden, könnte dies zu einem grundlegenden Wandel in der Beschäftigung von Lehrkräften in ganz Deutschland führen. Bislang sind die Bundesländer jedoch gespalten, ob die Beamtenstellung bleiben oder abgeschafft werden soll.

Quelle