15 April 2026, 14:23

Schilf-Glasflügelzikade bedroht Zuckerrüben und Kartoffeln in Deutschland

Ein altes Buch mit einer Zeichnung einer Heuschrecke auf dem Cover, das Text auf der Seite unter der Illustration enthält.

Schilf-Glasflügelzikade bedroht Zuckerrüben und Kartoffeln in Deutschland

Ein winziges Insekt bereitet deutschen Landwirten große Sorgen: die Schilf-Glasflügelzikade. Der Schädling verbreitet Krankheiten, die Zuckerrüben und Kartoffeln schädigen – und durch seine rasante Ausbreitung rückt die Pflanzenschutzpolitik nun in den Fokus.

Landwirte warnen, dass ohne chemische Pestizide wichtige Ernten ausfallen könnten, was zu finanziellen Verlusten und Versorgungsengpässen führen würde. Gleichzeitig erhitzen sich die politischen Debatten über Pestizid-Zulassungen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.

Die Schilf-Glasflügelzikade gedeiht besonders in modernen Anbausystemen. Große Monokulturen und enge Fruchtfolgen schaffen ideale Bedingungen für ihre Verbreitung. Das Insekt überträgt Krankheitserreger, die Pflanzen schwächen, die Erträge mindern und die Qualität der Ernte verschlechtern.

Um den Schädling zu bekämpfen, setzen Landwirte auf Neonikotinoide – Wirkstoffe, die die EU wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf Bestäuber stark eingeschränkt oder verboten hat. Trotz der Verbote sind Notfallzulassungen für diese Pestizide mittlerweile an der Tagesordnung. Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), betont, dass ohne solche Behandlungen Grundnahrungsmittel wie Zuckerrüben und Kartoffeln in Deutschland möglicherweise nicht mehr wirtschaftlich angebaut werden könnten.

Das Thema ist auch in der Politik angekommen. Wenke Dargel, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Linken, macht im Wahlkampf für die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Agrarpolitik zum Thema. Der DBV hingegen wehrt sich gegen das, was er als "Wirkstoffverluste" bezeichnet – also das Verschwinden zugelassener Pestizide vom Markt.

Agroökologische Alternativen gibt es zwar, doch sie werden kaum genutzt. Die Dominanz globaler Lieferketten und standardisierter Verarbeitungsprozesse erschwert es Landwirten, auf nicht-chemische Lösungen umzusteigen. Stattdessen bleibt der Fokus auf chemischen Pflanzenschutz, um Erträge und Gewinne zu sichern.

Die Auswirkungen der Schilf-Glasflügelzikade verändern nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die politische Diskussion. Trotz EU-Beschränkungen wird der Notfall-Einsatz von Pestiziden fortgesetzt, da Landwirte auf den Schutz ihrer Ernten pochen. Ohne Änderungen in der Politik oder den Anbaumethoden wird die Abhängigkeit von chemischen Lösungen voraussichtlich bestehen bleiben.

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