17 April 2026, 04:17

Sicherheitsgefühl im UK: Warum Ängste und Kriminalität oft nicht übereinstimmen

Eine USA-Karte, die die Gewaltverbrechen pro 100.000 Einwohner pro Staat anzeigt, wobei dunklere Farben eine höhere Kriminalitätssevere anzeigen und zusätzliche Datendetails unten angezeigt werden.

Sicherheitsgefühl im UK: Warum Ängste und Kriminalität oft nicht übereinstimmen

Die meisten Menschen im Vereinigten Königreich fühlen sich in ihren Häusern und Nachbarschaften sicher – über 90 % zeigen Vertrauen in ihr direktes Umfeld. Doch das Sicherheitsgefühl verändert sich deutlich je nach Tageszeit, Ort und persönlichen Umständen. Die Angst vor Kriminalität steigt besonders stark, wenn man sich nach Einbruch der Dunkelheit allein in der Öffentlichkeit aufhält, selbst wenn das tatsächliche Risiko variiert.

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Kriminalitätsmuster und Ängste decken sich nicht immer. Zwar ereigneten sich gewalttätige Straftaten 2024 am häufigsten im öffentlichen Raum – fast drei von zehn Fällen –, doch nur zwei von zehn fanden in Privathaushalten statt, und einer von zehn betraf Verkehrs­knotenpunkte. Bahnhöfe sind einer der wenigen Orte, an denen gemeldete Kriminalität und öffentliche Besorgnis übereinstimmen, was unter anderem auf häufige Diebstähle und sichtbare Polizeipatrouillen zurückzuführen ist.

Städtische Gebiete verzeichnen höhere Kriminalitätsraten als ländliche Regionen, vor allem wegen der größeren Gelegenheiten und der weniger eng vernetzten Gemeinschaften. Junge Männer dominieren die Kriminalitätsstatistiken, wobei die Delikte bei beiden Geschlechtern im Jugendalter ihren Höhepunkt erreichen. Experten führen diesen Trend auf Risikofaktoren wie Gewalt­erfahrungen in der Kindheit und den Umgang mit gleichaltrigen Peers zurück, die abweichendes Verhalten zeigen.

Die Sicherheitsbedenken unterscheiden sich je nach Geschlecht. Frauen tragen ein deutlich höheres Risiko, Opfer von Partnerschaftsgewalt oder sexuellen Übergriffen zu werden, während Männer häufiger in der Öffentlichkeit mit Gewalt konfrontiert werden. Dennoch gibt es bestimmte Orte – sogenannte "Angsträume" –, die unabhängig vom tatsächlichen Kriminalitätsniveau Unbehagen auslösen. Diese wirken oft bedrohlich durch Abgeschiedenheit, schlechte Beleuchtung oder das Fehlen von Passanten.

Auch das Alter spielt eine Rolle für das subjektive Sicherheitsgefühl. Jüngere Menschen, insbesondere solche mit einer Vorgeschichte von Aggression oder instabilen sozialen Kontakten, begehen statistisch gesehen häufiger Gewalttaten. Ältere Erwachsene hingegen fühlen sich in unbekannten oder überfüllten Umgebungen oft verletzlicher – selbst wenn das objektive Risiko gering bleibt.

Die Kluft zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Kriminalitätsgefahr zeigt, wie stark der Kontext öffentliche Ängste prägt. Zwar passieren die meisten Gewaltdelikte im öffentlichen Raum, doch die größte Furcht herrscht nachts und in schlecht überwachten Bereichen. Um diese Sorgen zu mindern, könnten bessere Beleuchtung, Gemeinschaftsinitiativen und gezielte Polizeiarbeit helfen – nicht nur in Hochrisikogebieten, sondern auch an Orten, an denen das Unsicherheitsgefühl trotz geringerem Gefahrenpotenzial fortbesteht.

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