SPD-Politikerin Schmidt lehnt Söders Sparpläne für Jugendhilfe und Behindertenförderung ab
Sylvio ThiesSPD-Politikerin Schmidt lehnt Söders Sparpläne für Jugendhilfe und Behindertenförderung ab
Dagmar Schmidt, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, hat die jüngsten Sparvorschläge des CSU-Vorsitzenden Markus Söder scharf zurückgewiesen. In einem Interview mit dem Stern hatte Söder Kürzungen bei der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen gefordert. Schmidt kritisierte diese Pläne als ungerecht – besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Gegenüber T-Online fragte Schmidt, warum die Union ausgerechnet schwache Bevölkerungsgruppen belasten wolle, wenn es um Haushaltskonsolidierung gehe. Sie betonte, dass Menschen mit Behinderungen und Kinder nicht die Last von Sparmaßnahmen tragen dürften.
Schmidt verwies zudem auf grundsätzliche Probleme im politischen Klima. Emotionale Polarisierung, Sündenbockdenken und die Dämonisierung politischer Gegner prägten derzeit die Debatten, erklärte sie. Dies erschwere es der SPD, ihre politischen Vorhaben durchzusetzen.
Die SPD-Politikerin fügte hinzu, dass Medien Einfluss und die Dynamik der Koalition ihre Arbeit zusätzlich belasteten. Besonders schwierig sei die Zusammenarbeit mit der Union geworden, da die Partei nicht mehr den gemäßigteren Kurs der Ära Angela Merkel verfolge.
Berichte aus dem Jahr 2026 zeigen, dass Söder weiterhin auf Sozialreformen drängt – darunter Kürzungen beim Bürgergeld, Steuersenkungen und die Ablehnung höherer Abgaben für Spitzenverdiener. Ein direkter Vergleich seiner Politik mit Merkels früherer Haltung zu Sozial- und Integrationsfragen wurde bisher jedoch nicht gezogen.
Schmidts Ablehnung von Söders Plänen unterstreicht die klare Trennung zwischen SPD und Union in der Sozialpolitik. Die Debatte findet in einem politisch aufgeladenen Umfeld statt, in dem Medienaufmerksamkeit und sich wandelnde Koalitionsprioritäten die Entscheidungsfindung prägen. Die SPD bleibt vorerst gegen Kürzungen bei der Unterstützung für Menschen mit Behinderungen und junge Menschen.






