27 March 2026, 08:17

Spritpreise explodieren: Wer trägt die Schuld für die Rekordkosten an deutschen Tankstellen?

Eine Liniengrafik, die Trends bei der US-Öl-/Petroleumproduktion, -importen und -exporten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Spritpreise explodieren: Wer trägt die Schuld für die Rekordkosten an deutschen Tankstellen?

Spritpreise in Deutschland steigen weiter stark an – Streit über Verantwortung entbrannt

Die Mineralölindustrie wehrt sich mittlerweile gegen die Kritik und legt mit einer detaillierten "Realitätsprüfung" zu den Preisen eine Gegenposition vor. Unterdessen ergreift die Bundesregierung Maßnahmen, um die Belastung für Autofahrer zu verringern.

Noch vor der Eskalation des Iran-Konflikts Ende Februar 2026 verzeichnete Deutschland bereits die höchsten Spritpreisanstiege in der EU. Zwischen dem 23. Februar und dem 9. März kletterten die Dieselpreise um 44 Prozent, die Benzinpreise um 29 Prozent – deutlich über den EU-Durchschnittswerten von 29 bzw. 16 Prozent. Diese Zahlen deuteten auf tiefgreifende strukturelle Probleme im deutschen Mineralölmarkt hin.

Seitdem hat der Iran-Konflikt die Lage weiter verschärft: Die globalen Öllieferungen sind ins Stocken geraten, die Spritkosten steigen weiter. Wirtschaftsministerin Katerina Reiche warnte, dass anhaltende Kämpfe im Nahen Osten bis Ende April zu Versorgungsengpässen führen könnten.

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Angesichts der wachsenden Verärgerung in der Bevölkerung wies der Branchenverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. Vorwürfe zurück, die Unternehmen seien schuld an den hohen Preisen. In einem Bericht argumentiert der Verband, dass nicht nur die Rohölpreise, sondern die internationalen Produktmärkte die Spritkosten bestimmten. Zudem wird betont, dass über 70 Prozent der deutschen Raffineriekapazitäten von Unternehmen betrieben werden, die keine eigenen Tankstellennetze unterhalten – und damit kaum Einfluss auf die Zapfsäulenpreise hätten.

Steuern und Abgaben bleiben ein zentraler Preisfaktor: Sie machen etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises aus. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil betont jedoch, der Staat profitiere nicht von der aktuellen Preisspirale. Die Regierung hat nun erste Schritte eingeleitet, um den ungebremsten Anstieg einzudämmen.

Mit dem Bericht will die Mineralölbranche vermeintliche "Fehlwahrnehmungen" über die Preisbildung entkräften und die Schuld von den Raffinerien weg lenken. Angesichts von Steuern, globalen Marktdruckfaktoren und geopolitischen Spannungen wird sich zeigen müssen, ob die Regierungsmaßnahmen den Autofahrern bald Entlastung bringen. Bisher deutet nichts darauf hin, dass sich der Aufwärtstrend abschwächt.

Quelle