02 April 2026, 14:17

Thüringens Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt: Was bleibt nach drei Jahren?

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Regionen, die den Prozentsatz von Minderjährigen in jedem Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der unten besagt, dass Minderjährige wegen einvernehmlichen Sex auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden können.

Thüringens Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt: Was bleibt nach drei Jahren?

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen: Präventionsworkshops zu digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen

Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen hat Präventionsworkshops zum Thema digitale sexualisierte Gewalt an Schulen in der gesamten Region gebracht. Unter der Leitung von Yasmina Ramdani erreichte die Initiative rund 5.000 Schülerinnen und Schüler, bevor sie 2023 endete. Das Programm war das erste seiner Art in Deutschland und sollte ein wachsendes Problem angehen, das junge Menschen im Internet betrifft.

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Im Mittelpunkt der Workshops stand die Aufklärung über Risiken wie Cybergrooming, bei dem Täter Kinder und Jugendliche in Chats ansprechen, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen. Studien des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigen, dass fast die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland bereits Formen digitaler sexualisierter Gewalt erlebt hat. Viele Vorfälle geschehen zudem im eigenen Freundes- oder Klassenchat, was die Dringlichkeit von Präventionsmaßnahmen noch erhöht.

Lehrkräfte, die am Projekt beteiligt waren, gaben oft zu, sich unsicher im Umgang mit solchen Fällen zu fühlen, erkannten aber gleichzeitig den Handlungsbedarf. Die Initiative wurde von der Thüringer Landesbeauftragten für den Kinderschutz finanziert und galt bundesweit als einzigartiger Ansatz. Trotz des Erfolgs gibt es jedoch keine umfassenden nationalen Daten darüber, wie viele Schulen seitdem ähnliche Programme eingeführt haben.

Seit dem Ende des Pilotprojekts haben nur wenige Bundesländer, darunter Bayern und Nordrhein-Westfalen, begrenzte Workshops für Schülerinnen und Schüler der 5. bis 8. Klassen gestartet. Das Thema erhielt größere öffentliche Aufmerksamkeit, unter anderem durch Debatten wie die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Expertinnen und Experten betonen, dass auch Eltern ihr eigenes Verhalten reflektieren und mit ihren Kindern über digitale Grenzen sprechen müssen, um solche Gewalt zu verhindern.

Das Thüringer Projekt bot tausenden Jugendlichen wichtige Aufklärung über digitale sexualisierte Gewalt. Zwar haben einige Bundesländer eigene Initiativen gestartet, doch bleibt die Umsetzung in Deutschland uneinheitlich. Ohne abgestimmte Maßnahmen könnten viele junge Menschen weiterhin keinen Zugang zu solchen Präventionsprogrammen haben.

Quelle