Versicherungsmarkt 2025 trotzt Krisen – GDV sagt weiteres Wachstum für 2026 voraus
Dora CichoriusVersicherungsmarkt 2025 trotzt Krisen – GDV sagt weiteres Wachstum für 2026 voraus
Deutscher Versicherungsmarkt zeigt 2025 Widerstandsfähigkeit – GDV prognostiziert weiteres Wachstum für 2026
Der deutsche Versicherungsmarkt hat sich 2025 als robust erwiesen: Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen stiegen die Prämieneinnahmen in den wichtigsten Sparten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat nun seine Prognosen für 2026 vorgelegt – mit weiterem Wachstum in der Sach-, Kranken- und Lebensversicherung.
Begünstigt wurde die Branche durch Inflationsanpassungen, starke Einmalbeitragsgeschäfte sowie das Ausbleiben großer Naturkatastrophen im vergangenen Jahr. Dennoch bleiben steigende Kfz-Reparaturkosten und Klimarisiken drängende Probleme für die Versicherer.
Trotz schwacher Konjunktur entwickelte sich der Versicherungssektor 2025 positiv. Besonders die Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete einen deutlichen Aufschwung, vor allem dank der Kfz-Policen, deren Prämien um 13,4 Prozent stiegen. Das Fehlen großflächiger Naturkatastrophen half den Versicherern zudem, stabile Schadenbilanzen zu halten.
Die private Krankenversicherung (PKV) wuchs um 7,3 Prozent, wobei die Beitragseinnahmen auf 54,4 Milliarden Euro kletterten. Die Lebensversicherung legte um 5,1 Prozent zu und erreichte 99,4 Milliarden Euro – getrieben vor allem durch einen Anstieg der Einmalbeitragsverträge um 16,9 Prozent.
Für 2026 erwartet der GDV weiteres Wachstum: Die Schaden- und Unfallversicherung könnte um 5,2 Prozent zulegen, die private Krankenversicherung sogar um 10,5 Prozent. Die Lebensversicherung wächst dagegen nur moderat um 1,1 Prozent, gestützt durch ein Plus von 4,8 Prozent im Einmalbeitragsgeschäft.
Eine der größten Herausforderungen bleiben die stark gestiegenen Kfz-Reparaturkosten. Seit 2015 übersteigt deren Entwicklung die allgemeine Inflation – bedingt durch Elekrifizierung, komplexe Elektronik und höhere Anforderungen an die Cybersicherheit. Elektro- und Hybridfahrzeuge erfordern aufwendige Batteriemanagement-, Stromverteilungs- und Temperaturregelsysteme, die die Reparaturrechnungen in die Höhe treiben. Zudem zwingen regulatorische Vorgaben für E-Mobilität und autonomes Fahren zu kostspieligen Software-Updates und Systemmodernisierungen.
Gleichzeitig warnt der GDV, dass extreme Wetterereignisse im Zuge des Klimawandels voraussichtlich zu höheren Schadenauszahlungen führen werden. Die Branche muss sich auf steigende finanzielle Belastungen durch wachsende Umweltrisiken einstellen.
Die GDV-Prognosen zeichnen für 2026 ein stabiles, aber verhalten optimistisches Bild: Während die Prämien in den meisten Sparten steigen dürften, bleibt das Wachstum in der Lebensversicherung verhalten. Gleichzeitig steht die Branche vor anhaltendem Druck durch steigende Reparaturkosten und klimabedingte Schadenfälle.
Wie gut es der Versicherungswirtschaft gelingt, sich diesen Herausforderungen anzupassen, wird ihre finanzielle Stabilität in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.






