10 April 2026, 12:20

Vom Apothekenbesitzer zum reisenden Vertretungsapotheker mit 73 Jahren

Apotheker in weißem Kittel mit einer Flasche in der Hand, während er mit einem Kunden in einer Apotheke spricht.

Vom Apothekenbesitzer zum reisenden Vertretungsapotheker mit 73 Jahren

Mit 73 Jahren hat Klaus Rabe die Leitung seiner eigenen Apotheken gegen ein Leben als reisender Vertretungsapotheker eingetauscht. Nach Jahrzehnten als selbstständiger Apotheker übernimmt er nun zeitweise Einsätze in ganz Deutschland. Sein Berufswechsel ist sowohl eine persönliche Entscheidung als auch ein Spiegelbild des Wandels in der Branche.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In den frühen 1980er-Jahren eröffnete Rabe seine erste Apotheke in der Nähe von Kiel. Mit der Zeit baute er vier Filialen auf, bevor er 2018 verkaufte. Zudem war er stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein.

Seitdem hat er Vertretungseinsätze in rund 40 verschiedenen Apotheken übernommen – von Urlaubsvertretungen bis zu kurzfristigen Notdiensten. Die Tätigkeit liegt ihm: Sie hält ihn an vorderster Front, ohne den Verwaltungsaufwand einer eigenen Apotheke.

Finanzielle Überlegungen spielten bei seiner Entscheidung eine Rolle, doch ebenso wichtig war ihm die Freiheit, aktiv zu bleiben. Von Ruhestand hält er nichts und scherzt, er sei kein "gebrechlicher alter Mann mit Rollator". Dennoch plant er, ab 2026 seine Einsätze zu reduzieren.

Rabe hat den Rückgang der Branche aus nächster Nähe miterlebt. Allein in den letzten neun Jahren musste er miterleben, wie mindestens acht lokale Apotheken schlossen. Weniger Standorte bedeuten weniger Nachfrage nach Vertretungskräften, doch er bleibt flexibel – bereit, überall einzuspringen, wo er gebraucht wird.

Der Niedergang unabhängiger Apotheken hat Rabes Berufsleben geprägt. Seine Tätigkeit als Vertretungsapotheker hält ihn bei der Stange und füllt Lücken in einem belasteten System. Zwar wird er demnächst kürzertreten, doch einen vollständigen Abschied von seinem Beruf plant er nicht.

Quelle