VW revolutioniert globale Logistik: Vom Konzern zum weltweiten Produktionsnetzwerk
Leila BlochVW revolutioniert globale Logistik: Vom Konzern zum weltweiten Produktionsnetzwerk
Die Volkswagen Group hat ihre globalen Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend umgestaltet. Seit 1997 hat der Konzern sein Markenportfolio, das Produktionsnetzwerk und die Logistikkapazitäten in einem beispiellosen Ausmaß ausgebaut. Heute steuert das Unternehmen eine riesige Lieferkette, die täglich Millionen von Teilen und Fahrzeugen weltweit bewegt.
1997 fertigte Volkswagen rund 4,3 Millionen Fahrzeuge in 15 Ländern. Bis zum vergangenen Jahr hatte sich diese Zahl auf über 10 Millionen mehr als verdoppelt – mit Produktionsstätten, die mittlerweile in über 30 Nationen operieren. Auch die Modellpalette des Konzerns ist deutlich gewachsen: von einst 100 Modellen auf heute mehr als 300, nachdem sieben neue Marken hinzugekommen sind – darunter Hersteller von Luxus- und Nutzfahrzeugen.
Eine zentrale Rolle bei dieser Expansion spielte die Konzernlogistik. Unter der Führung von Thomas Zernechel, der die Abteilung seit 2004 leitet, wurde das Liefernetzwerk neu strukturiert. Es wurden einheitliche Standards für Ladungsträger eingeführt und drei große Crossdocking-Drehscheiben in Europa eingerichtet. Die Logistikabteilung koordiniert heute den Transport von 180 Millionen Teilen und 40.000 fertigen Fahrzeugen – täglich. Hinzu kommen Millionen von Lkw-Lieferungen, 100.000 Bahntransporte und 2,3 Millionen Fahrzeuge, die jährlich auf dem Seeweg befördert werden.
Um die Abläufe weiter zu optimieren, führt Volkswagen Discovery ein, ein cloudbasiertes System, das Transportbenachrichtigungen zwischen den 5.000 europäischen Zulieferern automatisieren soll. Zernechel betont, dass die Logistik heute weitaus strategischer ausgerichtet ist – mit Flexibilität und Krisenmanagement als zentrale Prioritäten. Diese Neuausrichtung spiegelt die wachsende Abhängigkeit des Konzerns von globalen Märkten wider, insbesondere von der Region Asien-Pazifik, die Europa 2016 als größten Absatzmarkt überholt hat.
Mittlerweile produziert die Volkswagen Group mehr Fahrzeuge außerhalb Europas als innerhalb des Kontinents. Ihr Logistiknetzwerk unterstützt ein Produktionssystem, das sich über mehrere Kontinente erstreckt – von lang etablierten Werken in Mexiko, Brasilien und China bis hin zu neueren Standorten in Osteuropa. Mit kontinuierlichen Investitionen in digitale Werkzeuge und standardisierte Prozesse strebt das Unternehmen an, die Effizienz über seine weltweit wachsende Präsenz hinweg zu sichern.






