27 March 2026, 14:27

Warum rechtspopulistische Gruppen das Vertrauen in die Demokratie zerstören

Ein Plakat mit einem Baum in der Mitte umgeben von Gesichtern von Menschen und dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Warum rechtspopulistische Gruppen das Vertrauen in die Demokratie zerstören

Vertrauen in die Demokratie schwindet – besonders unter Anhängern rechtspopulistischer Gruppen. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani untersucht in seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens", warum Menschen das Vertrauen in staatliche Institutionen, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine Forschung zeigt auch, wie populistische Bewegungen dieses Misstrauen vertiefen – und warum das bloße Aufdecken ihrer Versagen kaum dazu beiträgt, das Vertrauen wiederherzustellen.

El-Mafaalanis Arbeit verdeutlicht, wie digitale Medien misstrauischen Einzelpersonen helfen, sich zu vernetzen und zu organisieren. Diese Gruppen bilden eng verbundene "Gemeinschaften des Misstrauens", die sich über gemeinsame Skepsis gegenüber etablierten Institutionen definieren und dabei feindselige oder randständige Ideologien übernehmen. Das Buch macht deutlich, wie populistische Parteien diese Dynamik ausnutzen – statt Lösungen anzubieten, vertiefen sie die Spaltung.

Ein zentrales Beispiel ist die Alternative für Deutschland (AfD). 2013 als euroskeptische Partei mit wirtschaftspolitischem Fokus gegründet, vollzog sie 2015 während der Flüchtlingskrise eine radikale Wende. Durch die Priorisierung anti-migrantischer Positionen verlor die AfD zwar etwa ein Fünftel ihrer 21.000 Mitglieder, gewann aber zwischen 2017 und 2020 breitere Wählerunterstützung. Ihr rechtsextremer Jugendverband Junge Alternative (JA) sprach gezielt misstrauische Milieus mit populistischer, antifeministischer und neurechter Rhetorik an – bis zu seiner Auflösung 2025. Trotz interner Konflikte blieb die Gruppe lokal mit Bewegungen wie der Identitären Bewegung vernetzt.

El-Mafaalani argumentiert, dass selbst dann, wenn Populisten ihre Versprechen nicht einlösen, ihre Anhänger selten zu etablierten Parteien zurückkehren. Stattdessen verfestigt sich ihr Misstrauen, was es demokratischen Institutionen erschwert, wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Seine Analyse wirft auch Licht auf den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump oder der AfD und skizziert mögliche Strategien, um ihrer Einflussnahme entgegenzuwirken.

Das Buch kommt zu dem Schluss, dass herkömmliche Ansätze – etwa das Widerlegen populistischer Behauptungen – oft wirkungslos bleiben. Stattdessen plädiert es für eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit den Ursachen des Misstrauens. Ohne diese zu bekämpfen, werde der Vertrauensverlust in die Demokratie weiter voranschreiten und Raum für weitere Polarisierung und Extremismus lassen.

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