19 April 2026, 12:19

Wie Dresdens Obergraben-Presse zur Keimzelle avantgardistischer Druckkunst wurde

Ein detailliertes Strichbild der Schlosshof-Fassade in Dresden, Deutschland, mit zahlreichen Fenstern und Statuen, gezeichnet auf Papier mit begleitendem Text.

Wie Dresdens Obergraben-Presse zur Keimzelle avantgardistischer Druckkunst wurde

In den 1970er-Jahren schloss sich in Dresden eine Gruppe von Künstlern zusammen, um einen einzigartigen kreativen Ort zu schaffen. Was als Suche nach sinnstiftenderer Arbeit begann, entwickelte sich bald zu einem Zentrum für experimentelle Kunst und Drucktechnik. Aus dieser Zusammenarbeit ging die Dresdner Obergraben-Presse hervor, die handwerkliche Präzision mit avantgardistischen Ideen verband.

Die Geschichte begann mit Jochen Lorenz, einem Drucker, der die Routineaufträge wie die Herstellung von Fahrplänen für die Deutsche Reichsbahn leid war. Er sehnte sich nach Projekten mit größerer künstlerischer Tiefe. Zur gleichen Zeit besaß Peter Herrmann eine italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann liebevoll wieder instand setzte.

Bereits 1976 arbeiteten Lorenz, Herrmann und Eberhard Göschel in der Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums in Dresden mit. Als Göschel 1978 in ein größeres Atelier umzog, wurde eine Dreizimmerwohnung für neue Experimente frei. Dieser Raum avancierte zum Versuchsfeld für kreative Ideen.

Die Vision der Gruppe traf auf den Künstler A.R. Penck, der 1971 das Künstlerkollektiv Lücke mitgegründet hatte. Obwohl sich Lücke bis 1976 auflöste, entwickelte Penck weiterhin seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund – ein Konzept, das bei der entstehenden Presse auf Resonanz stieß. Gemeinsam gründeten sie die Dresdner Obergraben-Presse als Künstlervereinigung, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie.

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Die Dresdner Obergraben-Presse entstand aus dem gemeinsamen Wunsch nach künstlerischer Freiheit. Sie verband traditionelle Drucktechniken mit mutigem künstlerischem Ausdruck. Die Initiative hinterließ bleibende Spuren in der Dresdner Kulturszene und schuf einen Ort, an dem Experimentierfreude und Handwerkskunst gedeihen konnten.

Quelle