03 April 2026, 10:21

Wie Kieler Werften und Seemannslieder ein Leben prägten

Ein altes Buchcover mit einem Schiff, das auf dem Wasser segelt und dessen Segel im Wind flattern, begleitet von klassischem Text in gedämpften Farben.

Wie Kieler Werften und Seemannslieder ein Leben prägten

Michael Krieg verbrachte seine frühen Jahre in der Nähe der lebhaften Howaldtswerke-Werften in Kiel, wo er Schiffe aller Art in den Förde gleiten sah. Der Anblick von Tankern, Kriegsschiffen und Frachtern, die zu Wasser gelassen wurden, hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck. Seine Kindheit war zudem von den Klängen der Seemannslieder geprägt – dank Familienausflügen, bei denen Hans Albers, der "blonde Hans", die Lieder der Seeleute sang.

Bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr wuchs Krieg in Kiel auf, einer Stadt mit tief verwurzelten maritimen Traditionen. Die Werften, heute stillgelegt, waren einst ein Zentrum des Geschehens, während das Segelschulschiff Gorch Fock der Deutschen Marine und Besucher aus fernen Häfen seine Neugier weckten. Seine Faszination ging über die Schiffe hinaus und umfasste auch die mit ihnen verbundene Musik: In seinem Kirchenchor sang ein Mitglied des Lotsen-Gesangvereins, eines 1929 gegründeten Steuermännerchors.

Seemannslieder, oder Seemannslieder, waren seit jeher fester Bestandteil der Kultur in Kiel und Hamburg. Ursprünglich von Seeleuten gesungen, um die Arbeit zu koordinieren und die Stimmung bei harter Plackerei zu heben, wurden diese Lieder später in Hafengemeinden zu einem Ausdruck von Gemeinschaft (Zusammengehörigkeit) und Fernweh (Reiselust). Kriegs Verbindung zu dieser Tradition ist tief: Noch heute singt er gelegentlich Freddy Quinns Einmal noch nach Bombay, wenn er Freunde auf Hochseeschiffen besucht.

Seine Liebe zur Seefahrergeschichte spiegelte sich auch im Film Große Freiheit Nr. 7 von 1944 wider, in dem Hans Albers den Seemann Hannes Kröger spielte, der sich nach dem weiten Ozean sehnt. In der Geschichte treibt Krögers unerfüllte Liebe zu La Paloma ihn dazu, auf der Padua anzuheuern – dem letzten großen Segelschiff aus Hamburg. Dieses Schiff, heute als russisches Schulschiff Kruzenshtern bekannt, ist die einzige erhaltene Viermastbark der legendären Flying-P-Liner-Flotte.

Kriegs Kiel-Kindheit verband ihn mit einer Welt, in der Schiffe und Seemannslieder den Alltag prägten. Die Traditionen, die er erlebte – vom Lotsen-Gesangverein bis zum bleibenden Erbe der Padua – zeigen, wie die maritime Kultur bis heute Gemeinschaften beeinflusst. Noch immer leben die Lieder und Geschichten der See weiter, in der Erinnerung und in modernen Chören, die den Geist der Seefahrtsgeschichte lebendig halten.

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