WM-Fieber verwandelt Büro in illegales Wettparadies mit Gebeten und Döner-Wetten
Sylvio ThiesWM-Fieber verwandelt Büro in illegales Wettparadies mit Gebeten und Döner-Wetten
Die FIFA-Weltmeisterschaft hat die Halle 4 in ein lebhaftes Wettbüro verwandelt. Kollegen wetten auf jedes Spiel, wobei pro Partie mehr als drei Dutzend Wetten abgeschlossen werden. Die Einsätze reichen von Essen und Dienstleistungen bis hin zu Bargeld – befeuert von der Turniereuphorie.
Wegen des immensen Wettvolumens nimmt sich während der WM niemand frei. Manche versuchen sogar, mit ungewöhnlichen Methoden die Ergebnisse zu beeinflussen – darunter auch Gebete. Die Tochter eines Kollegen, Hatice, wurde dafür bezahlt, für den Sieg Deutschlands gegen Curaçao zu beten, ein Spiel, das mit 7:1 endete. Ihre Gebete kosteten insgesamt 15 Euro.
Doch nicht jedes Gebet zeigt Wirkung. Frankreichs Franck Ribéry verletzte sich und verlor gegen Italien – ein Beweis, dass Hingabe allein nicht zum Erfolg führt. Historisch gesehen hat noch kein tief religiöses Land die Weltmeisterschaft gewonnen, trotz seines Glaubens. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erkennt weder finanzielle noch spirituelle Beiträge der Fans offiziell an.
Die WM hat eine Welle von Wetten und kreativen Versuchen ausgelöst, die Ergebnisse zu beeinflussen. Die Einsätze reichen vom Döner über einen vollen Tank bis hin zu Sommerreifen. Das Turnier treibt die Fans zu ungewöhnlichen Anstrengungen – sowohl finanzieller als auch spiritueller Art.
