Wolfsangriff in Schwanewede: 20 Schafe gerissen – Schäfer gibt seltene Zucht auf
Sylvio ThiesWolfsangriff in Schwanewede: 20 Schafe gerissen – Schäfer gibt seltene Zucht auf
Ein Wolfsrudel hat in Schwanewede mehr als 20 Schafe gerissen – der zweite derartige Angriff innerhalb von drei Wochen. Die Tiere wurden in einem hochgesicherten Gehege gehalten, doch die Raubtiere drangen dennoch ein. Der Vorfall hinterlässt den Besitzer, Hobby-Schäfer Karsten Bode, mit hohen Verlusten und einer ungewissen Zukunft für seine seltene Schafsrasse.
Trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen kam es zum Angriff. Bode hatte einen 1,70 Meter hohen Stahldrahtzaun mit Stacheldrahtkrone errichtet und mit 10.000 Volt unter Strom gesetzt – die Anlage kostete ihn 7.000 Euro. Dennoch gelang es den Wölfen, in das Gehege einzudringen. Fast alle Schafe wiesen Bisswunden auf, vor allem im Halsbereich.
Der Tierarzt Dr. Hinrich Horstmann traf am Tatort ein und musste drei schwer verletzte Tiere sofort einschläfern. Weitere Schafe werden aufgrund ihrer Verletzungen voraussichtlich getötet werden müssen. Camper in der Nähe bemerkten den Angriff nicht, obwohl sie sich zum Zeitpunkt der Tat in der Nähe der Weide aufhielten.
Die Behörden verweigerten Bode eine Entschädigung, da sein Zaun nicht vollständig den Vorschriften entsprach. Ohne finanzielle Unterstützung und angesichts der wirkungslosen Schutzmaßnahmen entschied er sich mit seiner Frau, die Zucht ihrer besonderen, unter Schutz stehenden Schafe aufzugeben. Die überlebenden Tiere wurden aus Sicherheitsgründen in einen Stall gebracht.
Die wiederholten Angriffe machen die Schafzucht in der Region wirtschaftlich unrentabel. Landwirte könnten ihre Herden nun verringern oder sie dauerhaft im Stall halten – mit unklaren Folgen für die Zukunft der Schafhaltung und der Wolfspopulation in der Gegend.
Bode musste sein Zuchtprogramm aufgeben und die verbleibenden Schafe in einen Stall verbringen. Ohne angemessene Entschädigung oder wirksamen Schutz bedrohen die Angriffe das Überleben der örtlichen Herden. Die langfristigen Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wolfsbestand in Schwanewede bleiben ungewiss.






