Halle (Saale) beschließt klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 mit innovativen Projekten
Sylvio ThiesHalle (Saale) beschließt klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 mit innovativen Projekten
Halle (Saale) hat einen bedeutenden Schritt in Richtung klimaneutrale Wärmeversorgung unternommen. Der Stadtrat verabschiedete einen kommunalen Wärmeplan, der bis 2045 die vollständige Umstellung auf eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung vorsieht. Die Abstimmung endete mit 32 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen und einer Enthaltung.
Der Plan entstand in einer gemeinsamen Initiative von Stadtverwaltung, EVH GmbH und der Halleschen Energieinitiative. Fachliche Unterstützung lieferte die con energy consult GmbH. Er verbindet datengestützte Analysen, innovative Technologien und Bürgerbeteiligung zu einem nachhaltigen Modell für die städtische Wärmeversorgung.
Ein zentrales Projekt ist der Bau einer Großwärmepumpe im Klärwerk Lettin. Allein diese Maßnahme könnte die CO₂-Emissionen um bis zu 16.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Gleichzeitig würde sie etwa 20 Prozent des Fernwärmebedarfs der Stadt decken und so zur Dekarbonisierung des Systems beitragen.
Ein weiteres Kernelement ist das Geoinformationssystem HALgis, das für jeden Gebäudeblock Heizungsoptionen erfasst. Dadurch lässt sich der Einsatz erneuerbarer Energien präzise planen. Der Plan verzichtet auf Zwangsanschlüsse an die Fernwärme und setzt stattdessen auf kostengünstige Lösungen.
Regelmäßige Aktualisierungen sollen sicherstellen, dass der Plan mit technologischen Fortschritten und rechtlichen Änderungen Schritt hält. Durch Investitionen in lokale erneuerbare Energien will die Stadt ihre Abhängigkeit von globalen Energiemärkten verringern und Verbraucher vor starken Preisschwankungen schützen.
Zur Überprüfung des Fortschritts bis zum Zieljahr 2045 wurden Zwischenziele festgelegt. Innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte soll die Wärmeversorgung vollständig klimaneutral werden.
Mit dem beschlossenen Plan steuert Halle auf eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Wärme bis 2045 zu. Projekte wie die Wärmepumpe in Lettin und die detaillierte städtische Kartierung sollen Emissionen senken und gleichzeitig bezahlbare Energie sichern. Aktualisierungen werden die Strategie an künftige Entwicklungen und Vorschriften anpassen.






