Böhme-Zeitung beendet Druckära und setzt auf digitale Zukunft
Böhme-Zeitung beendet Druckära und setzt auf digitale Zukunft
Die Böhme-Zeitung steht an einem historischen Wendepunkt
Nach 160 Jahren als festes Medium in der Region Heidekreis stellt die Böhme-Zeitung ihre gedruckte Ausgabe in Soltau ein und geht vollständig zu einem digitalen Erstansatz über. Die Umstellung fällt mit der Eröffnung von Insolvenzverfahren für ihren Druckereibereich, die Mundschenk Druck- und Vertriebsgesellschaft, zusammen.
Damit endet eine Ära für eine Zeitung, die einst auf traditionellen Druck setzte und sich nun moderner Technologie und flexibler Arbeitsmodelle bedient.
Der Wandel der Böhme-Zeitung begann bereits 2014 – im Jahr ihres 150-jährigen Jubiläums. Die Feierlichkeiten, an denen auch Niedersachsens Ministerpräsident teilnahm, leiteten ein Jahrzehnt rasanter Veränderungen ein, wie es sie in den vorherigen 150 Jahren zusammen nicht gegeben hatte. Seither hat die Redaktion agile Arbeitsmethoden eingeführt, ein eigenes Content-Management-System (CMS) entwickelt und künstliche Intelligenz eingesetzt, um Routineaufgaben zu optimieren.
Erst kürzlich verließ die Zeitung ihren langjährigen Standort in der Harburger Straße 63 in Soltau. Die Redaktions- und Produktionsteams sind seitdem in die Kirchstraße 4 umgezogen, wo sie nun nach einem standortunabhängigen Modell arbeiten. Dieser Schritt unterstreicht den Abschied vom klassischen Zeitungsdruck, da das Unternehmen keine physischen Ausgaben mehr herstellt.
Trotz aller Veränderungen bleibt die Böhme-Zeitung ihren Leserinnen und Lesern verbunden. Sie bietet weiterhin einen kostenlosen wöchentlichen Newsletter mit lokalen Nachrichten aus dem Heidekreis an und baut ihr digitales Angebot aus. Neu hinzugekommen sind ein Audio-Nachrichtenprogramm auf Spotify sowie Pläne für ein digitales Wochenendmagazin. Das Leitmotiv der Zeitung – "Wir geben Orientierung" – bleibt dabei zentral: Sie will Menschen helfen, informierte Entscheidungen in einer demokratischen Gesellschaft zu treffen.
Die Feierlichkeiten zum 160-jährigen Bestehen in der Alten Reithalle fielen deutlich kleiner aus als das große Jubiläum vor zehn Jahren. Rund 160 Leserinnen und Leser nahmen teil – ein Zeichen für die anhaltend enge Verbindung zur Region, selbst in Zeiten des Wandels.
Mit dem Wechsel zu digitalen Abläufen und der Insolvenz der Druckersparte bricht die Böhme-Zeitung bewusst mit der Vergangenheit. Durch neue Arbeitsmodelle, KI-gestützte Prozesse und ein erweitertes Digitalangebot passt sie sich den Anforderungen der modernen Medienlandschaft an. Im Fokus steht weiterhin die verlässliche Berichterstattung über lokale Themen – trotz der Herausforderungen einer sich wandelnden Branche.
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