Heidekreis will bis 2040 klimaneutral werden – doch junge Aktivisten zweifeln
Dora CichoriusHeidekreis will bis 2040 klimaneutral werden – doch junge Aktivisten zweifeln
Landkreis Heidekreis strebt Klimaneutralität bis 2040 an – Verwaltung will bereits 2035 vorbildlich sein
Der Landkreis Heidekreis hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2040 soll die Region klimaneutral werden, die lokale Verwaltung sogar schon bis 2035. Um eine klare Strategie zu entwickeln, arbeitet der Kreis mit dem Unternehmen Target zusammen, das auf kommunale Klimaschutzkonzepte spezialisiert ist. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks durch junge Aktivist:innen und Expert:innen, die vor der Dringlichkeit des Handelns warnen.
Bei einem kürzlich abgehaltenen Klimforum kamen Vertreter:innen verschiedener Bereiche zusammen, um den Kurs des Landkreises mitzugestalten. Schwerpunkte sind die energetische Sanierung von Gebäuden, die Verbesserung der Mobilität sowie der Ausbau erneuerbarer Energien. Landrat Jens Grote betonte, wie der Klimawandel bereits heute das lokale Leben und die Wirtschaft beeinflusst.
Junge Teilnehmende des Forums äußerten sich besorgt über die Ernsthaftigkeit der Pläne. Die Aktivistin Holly Treiber forderte konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 und mehr Transparenz vonseiten der Politik. Viele der anwesenden Jugendlichen stellten infrage, ob die Verantwortlichen die Herausforderung ausreichend ernst nähmen.
Fachleute unterstrichen die Dringlichkeit. Professor Markus Quante warnte, der Klimawandel schreite rasant voran und bringe Extremwetter sowie Wasserknappheit nach Niedersachsen. Tobias Timm, Geschäftsführer von Target, bezeichnete das Ziel 2040 als anspruchsvoll, aber machbar – mit der klaren Botschaft, dass es keine Alternative zu entschlossenem Handeln gebe.
Doch die lokalen Behörden stoßen an Grenzen: Weniger als die Hälfte der notwendigen Instrumente für Klimaneutralität liegen in ihrer Hand, da viele Entscheidungen bei Bund und Land liegen. In ganz Niedersachsen haben bereits rund 150 Gemeinden und Städte Ziele für 2035 oder früher gesetzt. Zu ihren Maßnahmen zählen energieeffiziente Sanierungen, der Ausbau erneuerbarer Energien, Anreize für Elektromobilität und Aufforstungsprojekte.
Der Heidekreis verfügt nun über einen Fahrplan, doch der Erfolg hängt von der Zusammenarbeit zwischen kommunaler, Landes- und Bundesebene ab. Die Strategie erfordert erhebliche Investitionen in Gebäude, Verkehr und grüne Energien. Ohne abgestimmtes Vorgehen könnte das Ziel 2040 in weiter Ferne bleiben.
