21 February 2026, 14:33

Gasbohrungen vor Borkum spalten die Grünen und entfachen politischen Streit

Eine Gruppe maskierter Personen hält ein 'United Climate'-Schild vor einer Tankstelle. Im Hintergrund sind Fahrzeuge, Gras, Schilder, Gebäude, Bäume und eine bewölkte Himmel zu sehen.

Gasbohrungen vor Borkum spalten die Grünen und entfachen politischen Streit

Ein erbitterter Streit um Gasbohrungen in der Nähe von Borkum spaltet Politiker, Aktivisten und Energieunternehmen. Das Gasfeld N05-A, rund 20 Kilometer vor der Küste der Insel gelegen, steht nun im Mittelpunkt eines juristischen und politischen Konflikts. Während die Grünen in Baden-Württemberg ihre Haltung zu ähnlichen Projekten gelockert haben, bleibt der Widerstand in Rheinland-Pfalz ungebrochen – ein Zeichen für die tiefen regionalen Gräben in der Fossilpolitik.

Das N05-A-Feld, das sich über niederländische und deutsche Gewässer erstreckt, steht seit Jahren im Fokus des Förderunternehmens One-Dyas. Das Unternehmen schloss kürzlich einen Liefervertrag mit dem deutschen Energieversorger EWE ab und trieb das Projekt damit voran. Doch der Widerstand ist massiv, besonders auf Borkum, wo eine Bohrplattform deutlich vom Ufer aus zu sehen ist.

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Lokale Aktivisten, angeführt von der 21-jährigen Nele Evers von Fridays for Future, argumentieren, dass die Nutzung von Windenergie für die Förderung fossiler Brennstoffe sowohl heuchlerisch als auch rechtswidrig sei. Klimaschützer üben nun massiven Druck auf Politiker aus und hoffen, dass der Bundestag noch vor Amtsantritt der neuen Landesregierungen über das Projekt abstimmt. Ihre letzte Chance, das Vorhaben zu stoppen, könnte in der Entscheidung des Bundesrats über das Unitization Agreement liegen.

Die Haltung der Grünen ist je nach Bundesland unterschiedlich. In Baden-Württemberg führten wirtschaftlicher Druck der Industrie und Koalitionsabsprachen mit der CDU zu einer bedingten Unterstützung des Gasfelds. In Rheinland-Pfalz hingegen bleibt die Partei strikt dagegen – ein Spiegel ihrer konsequenteren Anti-Fossil-Politik. Die Gaskrise 2025/26 und regionale Versorgungssorgen haben in manchen Gebieten zu Kompromissen gezwungen, in anderen den Widerstand weiter verhärtet.

Die anstehende Entscheidung des Bundesrats könnte darüber entscheiden, ob das N05-A-Projekt vorankommt oder gestoppt wird. Bei einer Genehmigung würde die Gasförderung trotz anhaltender Proteste und Klagen beginnen. Das Ergebnis wird auch zeigen, wie stark regionale Politik und die inneren Spannungen der Grünen die Energiezukunft Deutschlands prägen.