Deutschlands Atomausstieg: Wie die Energiewende Milliarden kostet und die Stromversorgung verändert
Deutschlands Atomausstieg: Wie die Energiewende Milliarden kostet und die Stromversorgung verändert
Im April 2023 stellte Deutschland seine letzten drei Atomkraftwerke ab und beendete damit jahrzehntelangen Einsatz von Kernenergie. Die Entscheidung war das Ergebnis jahrelanger politischer Debatten, öffentlicher Proteste und wechselnder Energiepolitiken. Studien deuten nun darauf hin, dass der Atomausstieg Milliarden gekostet und die Stromversorgung des Landes grundlegend verändert hat.
Die antiatomare Bewegung in Deutschland gewann in den frühen 1980er-Jahren an Fahrt, befeuert von den Spannungen des Kalten Krieges und der Angst vor einem Atomkrieg. Die Katastrophe von Tschernobyl 1986 verstärkte den Widerstand, indem sie die realen Gefahren von Atomunfällen vor Augen führte. Diese Entwicklung mündete 1980 in die Gründung der Grünen, die 1983 erstmals in den Bundestag einzogen.
Eine Koalition aus SPD und Grünen schlug 1998 einen schrittweisen Atomausstieg bis 2022 vor. Die Regierung unter Angela Merkel kehrte diesen Plan später jedoch um. Erst die Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 brachte die Wende: Merkel setzte den ursprünglichen Fahrplan für die Abschaltung wieder in Kraft.
2023 wurde Deutschland nach Italien, das bereits 1990 ausstieg, zur zweiten großen Volkswirtschaft, die sich von der Kernenergie verabschiedete. Diese Entscheidung fiel trotz der Energiekrise 2022, ausgelöst durch Russlands Angriff auf die Ukraine und den Stopp der Pipeline-Gaslieferungen. Seither bezieht Deutschland Gas aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien, während weiterhin indirekt russisches Flüssiggas über LNG-Terminals importiert wird.
Eine Studie aus dem Jahr 2019 kam zu dem Schluss, dass der Ausstieg aus Kohle- und Gaskraftwerken statt aus der Atomenergie zwischen 2011 und 2017 bis zu 4.600 Menschenleben hätte retten können. Eine Untersuchung von 2022 schätzte zudem, dass der Atomausstieg Deutschland jährlich zwischen 3 und 8 Milliarden Euro kostet. Gleichzeitig bleibt Kohle in der deutschen Energieerzeugung genauso prägend wie erneuerbare Energien.
Mit dem Ende der Kernkraft ist Deutschland stärker von Kohle, Gas und erneuerbaren Energien abhängig. Die Politik steht nun vor der Herausforderung, Energiesicherheit, Kosten und Klimaziele in Einklang zu bringen. Der Wandel hat zudem die Pläne für eine Wasserstoff- und erneuerbare Gas-Infrastruktur beschleunigt.
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