Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen kämpfen mit Schließungen trotz stabiler Besucherzahlen
Leila BlochJugendherbergen: Weniger Schulklassen, mehr Familienurlaube - Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen kämpfen mit Schließungen trotz stabiler Besucherzahlen
Jugendherbergen in Niedersachsen und Bremen verzeichneten 2025 stabile Besucherzahlen mit knapp 1,1 Millionen Übernachtungen. Der Deutsche Jugendherbergsverband (DJH) bezeichnete das Jahr als erfolgreich, doch einige Standorte mussten aufgrund steigender Kosten schließen.
Rund 380.000 Gäste übernachteten im vergangenen Jahr in den 50 Herbergen der Region. Schulklassen blieben mit 42,8 Prozent aller Buchungen die größte Gästegruppe, doch dieser Anteil sank um fast fünf Prozent – bedingt durch eine kürzere Klassfahrten-Saison und vorübergehende Schließungen.
Familien buchten hingegen häufiger: Hier stieg die Zahl der Übernachtungen um 1,4 Prozent. Der Anstieg hängt mit dem Ausbau von Familienangeboten und einer verbesserten Gästeerfahrung zusammen. Gleichzeitig wurden in den letzten fünf Jahren mehrere Herbergen dauerhaft geschlossen, darunter die Standorte in Oldenburg, Verden und Bremen.
Modernisierungen an anderen Häusern – etwa in Bremen, Borkum und Damme – trugen dagegen zu höheren Übernachtungszahlen bei. Dennoch bleibt der finanzielle Druck bestehen: Die Jugendherberge in Uelzen schließt Ende 2025, die in Wingst folgt nach der Saison 2026. Beide Entscheidungen fielen, nachdem sich die Sanierungskosten als zu hoch erwiesen.
Laut DJH blieben die Besucherzahlen 2025 stabil und erreichten das Niveau des Vorjahres. Während Familienbuchungen leicht zunahmen, gingen Schulklassenreisen zurück, und einige Herbergen schlossen für immer. Der Verband steht nun vor der Herausforderung, Modernisierungsbedarf und wirtschaftliche Tragfähigkeit in den kommenden Jahren in Einklang zu bringen.
