Vergessenes Leben zwischen Kaiserreich und NS-Zeit: Ein Familienarchiv erzählt
Vergessenes Leben zwischen Kaiserreich und NS-Zeit: Ein Familienarchiv erzählt
Öffentlicher Vortrag beleuchtet vergessenes Kapitel der Lokalgeschichte
Dieser Herbst bietet die Gelegenheit, ein weniger bekanntes Stück Regionalgeschichte zu entdecken: Am 12. Oktober 2025 präsentiert der Historiker Ralf A. Gmelin im Stadtmuseum die Aufzeichnungen seines Großvaters und gewährt damit Einblicke in das Leben vom Kaiserreich bis in die frühen Jahre der NS-Diktatur. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "1940. Die versunkene bürgerliche Welt" im Rahmen der "Lokalhistoriker – 4. Staffel".
Die Matinee beginnt um 11:00 Uhr im Stadtmuseum am Marktplatz. Im Mittelpunkt von Gmelins Vortrag stehen die Schriften seines Großvaters Hans Gmelin, der das Kaiserreich, die Weimarer Republik und die erste Phase der nationalsozialistischen Herrschaft miterlebte. Allerdings fehlen in öffentlichen Archiven detaillierte Aufzeichnungen über Hans Gmelins Leben zwischen 1919 und 1934 – eine Lücke in seiner Biografie, die bis heute besteht.
Trotz dieser fehlenden Jahre versucht der Vortrag, Fragmente einer bürgerlichen Welt zusammenzufügen, die längst in der Vergangenheit versunken ist. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen und ist kostenfrei. Die Organisatoren sehen darin eine Chance, sich mit persönlichen Schicksalen zu verbinden, die in den großen Geschichtserzählungen oft unbeachtet bleiben.
Die Teilnehmer erwarten originale Dokumente aus einem privaten Familienarchiv. Zwar bleiben einige Abschnitte im Leben Hans Gmelins undokumentiert, doch die erhaltenen Manuskripte bieten direkte Einblicke in seine Erlebnisse. Das Stadtmuseum veranstaltet den Vortrag im Rahmen seines Engagements für die lokale Geschichtsforschung.
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