Deutsche Bahn kämpft mit Sperrungen und Pünktlichkeitskrisen auf der Strecke Hamburg–Berlin
Sylvio ThiesDeutsche Bahn kämpft mit Sperrungen und Pünktlichkeitskrisen auf der Strecke Hamburg–Berlin
Die Deutsche Bahn steht vor anhaltenden Herausforderungen, da umfangreiche Gleissanierungen und Infrastrukturausfälle den Betrieb beeinträchtigen. Vom 1. August 2025 bis zum 30. April 2026 wird eine der wichtigsten Strecken zwischen Hamburg und Berlin für Modernisierungsarbeiten vollständig gesperrt, was zu langen Umleitungen zwingt. Gleichzeitig hat sich die Pünktlichkeit verschlechtert, und ein kürzlich aufgetretener Stromleitungsdefekt führte zu massenhaften Zugausfällen.
Im Rahmen eines Führungswechsels übernahm Evelyn Palla am 1. Oktober 2025 als erste Frau den Posten der Vorstandsvorsitzenden – und zwar in einer Phase operativer Belastungen.
Die Bauarbeiten auf der Strecke Hamburg–Berlin begannen wie geplant am 1. August 2025. Züge werden seitdem über Uelzen umgeleitet, was die Reisezeiten deutlich verlängert. Alternativrouten über Rotenburg (Wümme), Verden (Aller) und Hannover dehnen die Fahrten auf bis zu 3 Stunden und 25 Minuten aus, wobei für Fahrgäste oft nur knappe Anschlüsse bleiben.
Am 22. September führte ein Stromleitungsdefekt in Uelzen zum kompletten Stillstand des Zugverkehrs auf dieser Strecke. Sämtliche ICE-Verbindungen wurden gestrichen, sodass Reisende strandeten. Die Deutsche Bahn riet betroffenen Fahrgästen, über Hannover umzusteigen, wo sie auf andere Züge ausweichen konnten.
Die Pünktlichkeitsstatistiken für August 2025 zeigen einen Rückgang im gesamten Netz. Nur noch 59,6 Prozent der ICE- und IC-Züge erreichten ihr Ziel planmäßig – ein Rückgang gegenüber 60,6 Prozent im Vorjahr. Der Regionalverkehr schnitt mit 89,2 Prozent pünktlicher ab, lag damit aber ebenfalls unter dem Wert von 90,7 Prozent im August 2024.
Die neue Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla trat ihr Amt offiziell am 1. Oktober an. Die am 24. September 1973 in Südtirol, Italien, geborene Managerin leitete zuvor seit Juni 2022 die DB Regio AG. Ihre Berufung markiert den ersten weiblichen Spitzenposten in der Geschichte der Deutschen Bahn.
Langjährige Probleme wie veraltete Infrastruktur, Personalmangel und technische Defekte belasten den Bahnbetrieb weiterhin. Der jüngste Stromausfall und die anhaltenden Bauarbeiten verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderungen für das Schienennetz.
Die Strecke Hamburg–Berlin bleibt bis zum 30. April 2026 gesperrt, Umleitungen sind eingerichtet. Die Pünktlichkeit liegt weiterhin unter den Vorjahreswerten, und Infrastrukturprobleme sorgen für wiederholte Störungen. Nun wird sich zeigen, wie Evelyn Palla diese anhaltenden Probleme im deutschen Schienensystem angeht.
